Hilfe bei Parkinson vom Physiotherapeut

Aus der Physiotherapiepraxis:

Morbus Parkinson

Die Therapie bei Morbus Parkinson setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Die Hauptsäule der Behandlung stellt immer die medikamentöse Therapie dar. Daneben sind weitere nicht-medikamentöse Maßnahmen, wie Krankengymnastik, Physiotherapie und Bewegungsübungen ebenfalls wichtig.

Da die Krankheit im Laufe der Zeit langsam voranschreitet und sich die Bedürfnisse der Patienten verändern, sollten die Therapiemaßnahmen regelmäßig angepasst und neu eingestellt werden. Im langjährigen Krankheitsverlauf lässt die Wirksamkeit der Medikamente häufig nach, doch mit einer Kombinationstherapie, die aus mehreren Parkinson-Medikamenten besteht, lassen sich die Symptome in der Regel weiterhin gut kontrollieren. Die optimale Therapie wird individuell für jeden einzelnen Patienten sorgfältig ausgesucht. Die Auswahl der Therapie richtet sich vor allem nach Alter, Beschwerden, Krankheitsdauer, Begleiterkrankungen sowie nach der persönlichen privaten und beruflichen Situation des Patienten.

Krafttraining bei M. Parkinson ist ein umstrittenes Thema. Immer wieder wird ohne Kenntnis der Literatur behauptet, Krafttraining sei schädlich für betroffene Personen. Diese Aussagen basieren meist auf persönlichen Erfahrungen und veralteten, theoretischen Hypothesen. Durch aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen lassen sich diese Aussagen nicht bestätigen. Ganz im Gegensatz dazu scheint ein Krafttraining ein vielversprechender Behandlungsansatz zu sein, dem man mehr Aufmerksamkeit schenken sollte.

Bekannterweise führen Kraftdefizite zu Alltagseinschränkungen, die in einem Teufelskreis mit Rückzug und erhöhter Sturzgefahr, verringerter Leistungsfähigkeit und Depressionen enden können. Diesem Teufelskreis kann nur mit einer adäquaten Therapie entgegengewirkt werden. Neben den unverzichtbaren Medikamenten haben sich in den letzten Jahren verschiedene Behandlungsabsätze als hilfreich heraus kristallisiert. Physiotherapeuten sollten insbesondere die Testung und das Training der Kraft der unteren Extremität bevorzugen. Eine Krafttestung sollte abhängig von den bestehenden Möglichkeiten an Kraftmessgeräten durchgeführt werden. Eine reine Einteilung über die Muskelfunktionswerte ist nicht ausreichend. Die Kraftwerte sind wichtig, um Seitendifferenzen (bis zu 15% Kraftdifferenz im Seitenvergleich ist normal) und den Ausgangswert zu bestimmen. So können der Therapeut und der Patient erkennen, ob die Therapiemaßnahmen erfolgreich sind. Über die Jahre ist ein Krafterhalt als Erfolg zu sehen, da mit zunehmendem Alter ein Muskelabbau von ca. 1-2 Prozent pro Jahr zu erwarten ist.

Krafttraining scheint ein wichtiger Ansatz in der physiotherapeutischen Behandlung von Morbus Parkinson zu sein, der in den nächsten Jahren weiter intensiv untersucht werden sollte, um optimale Ergebnisse für die betroffenen Menschen zu erreichen.

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