Lymphödem

Brustkrebs: Behandlung von Lymphödemen

Fühlt sich Ihr Arm schwer an, kribbelt oder spannt, und Ihre Ringe sitzen eng am Finger: nach einer Brustkrebs-Behandlung können dies erste Zeichen für ein Lymphödem sein.

Dies früh zu erkennen und zeitnah etwas gegen die Schwellung zu unternehmen, kann entscheidend sein.  In Industrienationen treten Schwellungen infolge einer Stauung der Lymphflüssigkeit (Lymphödeme) am häufigsten bei Frauen nach einer operierten Brustkrebs-Erkrankung oder Bestrahlung auf.

Aber auch Menschen, die wegen einer anderen Krebsart behandelt worden sind, können damit zu tun haben – und einige Menschen haben ein Lymphödem, ohne jemals an Krebs erkrankt gewesen zu sein.

Erklärungen zu Lymphödemen

Bei einem Lymphödem schwillt ein oder mehrere Körperteile an, weil sich Lymphflüssigkeit darin staut. Die Lymphe ist eine klare Flüssigkeit, die durch den ganzen Körper fließt. „Ödem“ bedeutet Schwellung aufgrund einer Flüssigkeitseinlagerung.

Das Lymphsystem ist ein wichtiger Teil Ihres körpereigenen Abwehrsystems: Es ist unter anderem für die Bekämpfung von Infektionen zuständig. Ein Lymphödem entsteht, wenn Lymphgefäße oder Lymphknoten geschädigt sind. Zuerst schwillt der betroffene Körperteil an, weil sich Flüssigkeit im Körpergewebe ansammelt und nicht mehr richtig abtransportiert werden kann. Wenn das Ödem zunimmt, ist das Infektionsrisiko erhöht.

Bleibt die Schwellung über längere Zeit bestehen, kann das dazu führen, dass die Flüssigkeit tief in das Gewebe eindringt. Das kann eine Fibrose hervorrufen – eine Verdichtung, Verhärtung bzw. Vernarbung des Gewebes, die sehr schwer zu behandeln ist.
Operationen und Bestrahlungen können die Lymphgefäße schädigen. Bei einer Brustkrebsoperation kann es nötig sein, Lymphknoten aus der Achselhöhle zu entfernen, um festzustellen, ob sie Krebszellen enthalten. Manchmal ist die Schädigung der Lymphknoten auch ein nicht beabsichtigter Nebeneffekt der Behandlung. Dies lässt sich nicht immer vermeiden.

Direkt nach der Operation ist ein Lymphödem nicht ungewöhnlich. Normalerweise ist es eher schwach ausgeprägt und nach einigen Wochen oder Monaten wieder verschwunden. Es ist nicht voherzusehen, bei wem sich ein Lymphödem entwickeln wird und ob sich die Beschwerden später verstärken oder dauerhaft bestehen bleiben. Man weiß nur, dass Übergewicht das Risiko für ein Lymphödem erhöht.

Das Risiko für ein Lymphödem hängt mitunter davon ab, wie während der Operation vorgegangen wird. Früher wurden in der Regel zehn und mehr Achsel-Lymphknoten entfernt. Nach einem solchen Eingriff bildete sich bei zirka einem Fünftel der Frauen ein Lymphödem. Gibt es nach Voruntersuchungen keinen Hinweis auf einen Befall der Achsel-Lymphknoten, wird mittlerweile nur noch der sogenannte Wächterlymphknoten entfernt und untersucht. In diesem Lymphknoten würden sich bei einer Ausbreitung des Tumors als erstes Krebszellen finden. Ist er nicht befallen, müssen die anderen Lymphknoten in der Achselhöhle nicht entfernt werden.
Ein Lymphödem macht sich nach einer Brustkrebsoperation häufig zunächst durch folgende Anzeichen bemerkbar:

  • Der Arm auf der betroffenen Seite fühlt sich schwer und aufgedunsen an
  • die Haut des Arms ist warm und angespannt
  • die Hand und der Arm lassen sich schlechter bewegen und drehen
  • die Schulter schmerzt
  • Kleidung und Schmuck sitzen zu eng und sind unbequem
  • der Arm sieht angeschwollen aus
Zuerst fühlt sich die Schwellung weich an und verschwindet vielleicht wieder, wenn man den Arm hochlagert und ausruht. Eine Delle bleibt zurück, wenn man mit dem Finger darauf drückt. Ein Arm ist in diesem Stadium nur geringfügig dicker, im Umfang oft nur ungefähr einen Zentimeter.

Wenn die Schwellung über einige Zeit bestehen bleibt, verändert sich das Lymphödem, und der Arm sowie die Haut fühlen sich straff oder hart an. Es bleibt keine Delle mehr zurück, wenn die Schwellung mit dem Finger eingedrückt wird. Auch das Hochlegen bringt keine Erleichterung mehr.

Wenn sich das Lymphödem weiter verstärkt, wird die Schwellung sehr auffällig und schmerzt oft stark. Jetzt kann sich der Arm taub anfühlen, Bewegungen können schwieriger werden. Die Haut verändert sich zum Teilsichtbar: es können Stellen mit verdickter Haut und Bläschen entstehen. Möglicherweise steigt in diesem Stadium die Anfälligkeit für Infektionen und Entzündungen.

Was nun?


Bei jeglicher Schwellung empfehlen wir Ihnen und unseren Patientinnen und Patienten in unseren Physiotherapiepraxen Reha Aktiv im Kreis Ludwigsburg zunächst Ihre Ärztin oder Ihren Arzt zu konsultieren. Nach einer Krebsbehandlung ist es für Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oft sehr leicht, herauszufinden, ob ein Lymphödem die Ursache für eine Schwellung ist. Die einfachste Methode ist es, den Arm- oder Beinumfang zu messen.
Vielleicht setzt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt auch bildgebende Verfahren zur Diagnose ein, um festzustellen, ob die Flüssigkeiten in den Blut- und Lymphgefäßen gestaut sind.

Die Behandlung eines Lymphödems besteht meist aus mehreren Elementen: Kompressionstherapie, Manuelle Lymphdrainage, Bewegungsübungen und Hautpflege. Eine solche kombinierte Behandlung in der Physiotherapie kann helfen, das Lymphödem zu verkleinern und die Beschwerden zu lindern.

Kompressionstherapie: Kompressionsbandagen oder speziell angefertigte Strümpfe üben einen leichten Druck auf den Arm aus und erleichtern es den Lymphgefäßen, die Lymphflüssigkeit abzutransportieren.

Manuelle Lymphdrainage: Diese spezielle, sanfte Massagetechnik hilft, die angestaute Flüssigkeit aus dem Körpergewebe abzutransportieren.

Ein Programm mit geeigneten Übungen wird genau auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt. Die Physiotherapeutin oder der Physiotherapeut beobachtet außerdem, wie sich die Übungen auswirken. Früher wurde eher dazu geraten, sich nach einer Brustkrebs-Operation zu schonen. Mittlerweile zeigen Untersuchungen, dass das nicht der Fall ist. Untersuchungen zeigen sogar, dass ein gezieltes, durch Physiotherapeuten und Sporttherapeuten angeleitetes Krafttraining,  bereits während der Strahlentherapie beginnend, die Lebensqualität der Patientinnen verbessern kann.

Hautpflege: Ein Lymphödem zieht auch die Haut in Mitleidenschaft. Es ist deshalb wichtig, die Haut regelmäßig mit Feuchtigkeitscremes zu pflegen.

Nebenwirkungen treten durch die kombinierte Behandlung mit Kompression, Bewegung, Lymphdrainage und Hautpflege kaum auf und sind eher leicht.

Unsere Physiotherapeutinnen und Sporttherapeutinnen zeigen Ihnen einige Bewegungsübungen und Kraftübungen für die Anwendung zu Hause.

 

Solange sich die Schwellung nach den Übungen oder auch nach bestimmten Sport- und Bewegungsarten nicht verstärkt, sollte es kein Problem sein, damit weiterzumachen. Viele Sport- und Kursangebote oder ein gemeinsames Training an Geräten haben schon allein durch das Gruppenerlebnis einen günstigen Effekt für die Patientinnen.

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